Atommülllager Asse: Ex-Mitarbeiter haben Krebs "Wir haben am Freitag einen Mann angehört, der in der Asse gearbeitet hat und später an Leukämie erkrankt ist", sagte Staatsanwalt Joachim Geyer dem Tagesspiegel. Zwei weitere Personen, "die gesundheitlich betroffen sind", würden im Verlauf der kommenden Woche angehört. Vor den Ermittlern ausgesagt hat der 46 Jahre alte Schlosser Eckbert Duranowitsch. Er arbeitete von 1987 bis 1990 im Forschungsendlager Asse und musste Messinstrumente und Druckgeber für gebirgsmechanische Versuche installieren. Einige Messpunkte seien schwer zu erreichen gewesen, weil die in das Bergwerk sickernde Lauge teilweise in die abschüssigen Stollen lief, sagte Duranowitsch dem Tagesspiegel: "Einmal mussten wir mit einem Schlauchboot über den Laugensumpf fahren, um an eine Messstelle heranzukommen." Die Lauge sei auch benutzt worden, um Spezialzement für Betonierungsarbeiten herzustellen. Besondere Schutzkleidung trug Duranowitsch nach eigenen Angaben nicht. Dosimeter habe es zwar gegeben, "aber nicht für uns". Nur das Aufsichtspersonal habe solche Messgeräte getragen. 1999 wurde bei Duranowitsch Leukämie diagnostiziert. Er ist überzeugt, dass ihn die Asse krank gemacht hat. Beweisen kann er das nicht. "Aber ich kann beweisen, dass radioaktive Strahlung Krebs auslösen kann", sagt er. "Ich hatte in der Asse mit Radioaktivität zu tun. Das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit ist gegeben." Das Helmholtz-Zentrum München, bis Ende 2008 verantwortlich für die Asse, hält den Zusammenhang für abwegig. "Herr Duranowitsch müsste schon eine sehr hohe Dosis abbekommen haben, wenn die Leukämie daher käme", sagt der langjährige Sprecher des Helmholtz-Zentrums, Heinz- Jörg Haury.
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