Statt fossilem Diesel kann man Rapsmethylester (Biodiesel) tanken. Strom kann auch aus regenerative Energien gewonnen werden und die Forschung um "nachwachsende" Kunststoffe wie PLA (Polymilchsäure) floriert. Doch woraus sollen zukünftig eigentlich Medikamente hergestellt werden? Bereits derart simple Pharmaka wie Kopfschmerztabletten (z.B. mit ASS) sind ohne die aus dem Erdöl oder dem Steinkohlenteer stammenden Aromaten wohl kaum in den benötigten Mengen darstellbar.
Deshalb möchte ich hier über mein Projekt zur Herstellung von Pharmavorprodukten (und Treibstoffen) aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz informieren.
Ein erster erfolgreicher Ansatz ist eine Redoxreaktion zwischen dem Lignin aus Holz (ca. 25% der Trockenmasse) und Fetten aus natürlichen Quellen.
Eine Gaschromatographische Untersuchung des fertigen Produkts zeigte Benzinbestandteile wie Alkyl-Aromaten und Aliphaten. Darüberhinaus waren den Steroiden nahestehende Kohlenwasserstoffe wie Stigmastan oder Ergostan (und Derivate) enthalten.
GaschromatogrammEin anderer Ansatz zeigte in der GC-Analyse (4-Methoxy)-3-Phenylpropensäuremethylester, ein Stoff, der durch oxidativen Abbau
und Hydrolyse direkt zu Phenol umgesetzt werden kann.
Methyl-(p-Methoxy)-cinnamatAktuell arbeite ich an einem Katalysator, mit dem Holz direkt mit Luftsauerstoff zu Phenolen (oder Methylethern) umgesetzt werden kann, als "Abfallprodukt" entsteht Cellulose.
Dabei konnte ich heute erstmals Alkoxy-Aromaten (übrigens in ziemlich großer Menge) nachweisen:
Das raffinierte Vorprodukt
- u.a. Vanillin, BHT, Gujacol und (teilhydriertes) Phenantren