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Auswahlgespräch TUM
Hallo,

Gestern hatte ich das Auswahlgespräch an der Technischen Universität München (TUM) für den Studiengang "Informatik: Games Engineering" und wurde bereits von vielen Leuten gefragt wie so ein Gespräch überhaupt ablaufe, für das World-Wide-Web ist aber sicherlich auch noch interessant wie das Gespräch speziell für den neuen Studiengang "Informatik: Games Engineering" abläuft.

Erst einmal möchte ich die Rahmenbedingungen einleiten, wen das nicht interessiert kann gerne unten bei "Gesprächsverlauf" weiterlesen.
Seit einigen Jahren programmiere ich Hobby-mäßig Computerspiele und auch Websites. Noch kurz vor den anstehenden Abiturprüfungen habe ich mich über mögliche Studiengänge informiert und bin dabei auf die Games-Academy gestoßen.
Die Games-Academy gibt es in Berlin und Frankfurt und war bis dahin scheinbar das einzige Angebot, dass es ermöglichte Spiele-Programmierer zu studieren. Allerdings stellte sich das Studium der Privat-Schule eher als eine art Ausbildung heraus, da man nach Abschluss noch nicht einmal einen Bachelor erhielt, sondern an einer Partner-Uni diesen ein Jahr lang in Informatik nach holen müsste. Zusammengerechnet kam überschlagsmäßig auf Kosten von 30 000 €, abgesehn davon, dass man mit einem Realschulabschluss hätte anfangen können.
Also kahm dieses "Studium" schon bald gar nicht mehr in frage, auch wenn ich noch eine Zeit lang von diesem Angebot sehr begeistert war. Da ich keinen vergleichbaren Studiengang in Deutschland finden konnte, suchte ich mir ähnliche Studiengänge. Informatik war mir zu sehr entfernt von dem was ich eigentlich machen wollte und so entschied ich mich für den Studiengang "Medieninformatik" and der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München und hatte vor mich, nach erfolgreichem Abitur auch in Regensburg für Medieninformatik zu bewerben.
Der Studiengang Medieninformatik ist wesentlich praktischer orientiert und konzentriert sich mehr auf den Anwender als, wie im normalen Informatik-Studiengang, auf den Rohe Technik dahinter. Ganz zu Frieden wäre ich zwar trotzdem nicht gewesen, aber ich empfand diesen Studiengang für mich trotzdem als gut geeignet.
Als ich das Abiturzeugnis endlich in der Hand halten durfte, lies ich mir dummerweise noch das Wochenende Zeit bis zu den Anmedlungen. Am Montag meldete ich mein Interesse bei der LMU online an und versuchte auch in Regensburg eine anmeldung durchzuführen. Allerdings stellte sich herraus, dass der Studiengang Medieninformatik nur als Nebenfach angeboten wurde, somit lies ich die Anmeldung dort fallen (da es nicht ganz eindeutig war, kontaktierte ich den Uni-Regensburg-Support per Email, und erhielt die Antwort erst nach einigen Tagen, viel zu spät! Zeit die mir hätte gehlen können um mich rechtzeitig wo anders anmelden zu können).
Nun Stand ich als eine Woche vor Anmeldeschluss mit einer Anmeldung da. Ein wenig wenig ... da sich einige Freunde an der TUM angemeldet hatten, und ich auch so gerne an dieser vielseitig renommierten Universität studieren möchte, schaute ich noch ein mal das Angebot auf der Website an. Unter Informatik fand sich plötzlich der Eintrag "Informatik: Games Engineering" - w0000000t???
Ich konnte meinen Augen erst garnicht glauben, da ich seit einem Jahr verzweifelt nach solch einem Studiengang gesucht hatte und plötzlich sollte es diesen Studiengang geben, und das auch noch an der TU-München! Ganz aufgeregt teilte ich meinen Freunden die gerade online waren die Entdeckung mit und machte mich sofort an das Anmeldeformular.
14 Schritte ist das das Anmeldeformular lang. Bei Schritt sieben oder acht, stellte ich fest, dass die Anmeldung dort nicht einfach so möglich war. Ich benötigt ein sogenanntes Motivationsschreiben und einen Lebenslauf. Da es c.a. vier Uhr Nachmittags war, machte ich mich gleich an die Arbeit in der Hoffnung es am Abend fertig abschicken zu können. Und so geschah es.
Doch erst einmal ein kleiner Rückschlag, als ich aufgrund nicht ausreichender guten Noten (Zeugnisschnitt) nicht sofort, im "Schritt 1" zugelassen wurde. Nun ja ok, die Durchschnittsnote war nicht die allerbeste, aber schon ok. So erhielt ich dann auch immerhin 64 Punkte von benötigten 73 Punkten zur Sofortzulassung.
Also musste ich erst einmal einige Unterlagen, unter anderem auch das Ausgedruckte Motivationsschreiben, Kopie der Personalausweises und, so, weiter, per Post an die TU schicken.
Dann ... vergingen Tage und gefühlt noch ein paar Wochen bis dann endlich eine Email der TUM in meinem Postfach erschien. Betreff: "Ihr Antrag zur Zulassung wurde ..." nunja der zweite Teil war abgeschnitten. Doppelklick und dann las ich weder "abgelehnt" noch "angenommen", sondern "entgegengenommen" ... na toll, aber noch kein schlechtes Zeichen! Wieder verging einige Zeit bis ich dann eine Email erhielt die mich darauf hinwies, dass ich noch eine Email erhalten werde mit einer Einladung zu einem Auswahlgespräch! Ein Schritt nach Vorne, juhu! =)

Doch nun die Frage, was passiert bei einem solchen Auswahlgespräch und wie muss ich mich anziehen?

Mutti machte sich sofort Gedanken über das Aussehen. T-Shirt und Jeans? Nein das ist definitiv zu lässig! Ok, man könnte also auch mit dem Anzug hingehen, aber ist das nicht zu viel? Im Internet konnte man leider keine Eindeutigen Antworten finden, und auch Bekannte hatten verschiedene Meinungen. Am Ende blieben zwei Optionen: schickes Hemd mit Anzughose oder einen Anzug. Hm OK, dann halt den Anzug dachte ich mir. So bin ich dann auch hingegangen, nötig wäre es jedoch nicht gewesen, die Option schickes Hemd mit Anzughose hätte gereicht, aber ich war ganz und gar nicht der einzige mit Anzug, denen ging es mit der Entscheidung genau so wie mir! ^_^ (Zu Studiengängen wie BWL sollte man allerdings mit Anzug erscheinen!)

In der Früh machte ich mich mit der Bahn auf den Weg nach München. Von Hauptbahnhof (HBF) stieg ich in die Schnellbahn (S-Bahn) um zum Marienplatz zu fahren, denn dort musste ich mit der Untergrundbahn (U-Bahn) U6 zu dessen letzten Haltestelle "Garching, Forschungszentrum". Die U6 brauchte allerdings ewig (c.a. 30 min) bis zur Endstation und so kam ich pünktlich anstatt überpünktlich (wie geplant) an der TU an. Dort traf ich dann andere Bewerber die, zum Teil mit dem Flugzeug aus Norddeutschland extra nach München gereist waren. Ahnung wie das Gespräch ablaufen wird hatten wir allerdings alle nicht wirklich, obwohl wie sich herausstellte wir die selben Foren im Internet gelesen hatten, ich muss sagen, man konnte auch nicht mehr finden, die einigermaßen versprachen darüber Aufschluss zu geben. (Auch ein Grund warum ich diesen Blog verfasst habe)

Gesprächsverlauf:
Eine viertel Stunde davor hat mich dann doch während ich das Zimmer gesucht habe, die Nervosität gepackt. Aber kein Problem, als der Prof frühzeitig aus seinem Zimmer kam um mich abzuholen begrüßte er mich freundlich und machte zur Auflockerung gleich mal einen Witz über das bevorstehende Gespräch. Seine sehr lockere und scheinbar zuversichtliche Einstellung gab mir ein wenig Mut in konnte meine Nervosität um 50 % mindern. In seinem Büro saß ich dann zwischen ihm und einer Mitschreiberin, die allerdings wie mir zuvor einer erzählt hatte nichts sagen wird.
Dann erklärte er mir, dass es einen Bewertungsbogen gibt, den die Mitschreiberin nach Kriterien ausfüllen wird und dieser bis zu 100 Punkte ergeben kann. Brauchen werde ich 73 sagte er, um im Schnitt (mit der anderen Bewertungspunkten der Zeugnisnoten) auf 70 Punkte zu kommen. Auch hierbei setzte er nicht einen bösen blick der Unmöglichkeit auf, sondern blieb fröhlich neutral.
Dann fing er an Fragen zu stellen. Das Gespräch war schnell vorbei und wusste auch erst nicht mehr genau, was ich alles erzählen musste.
Im verlauf des Gesprächs musste ich verschiedenste Fragen beantworten:
- warum tu, warum der Studiengang
- gibt’s das auch wo anders?
- vor was angst
- was bei Mathe dran kommt, was kann ich mir vorstellen, dass dran kommt, ob vectoren nützlich sein können und für was man sin/cos gebrauchen könnte
- was erwarten von
- wie lange dauerts
- hobbys / sport
- bücher
... am Ende musste ich das Zimmer verlassen, damit die Punkte zusammen gezählt werden konnten. Dann kam der Prof wieder raus und fing an "... ja ... Sie haben mehr als 73 benötigten punkten. Wenn sie weitere Informationen brauchen, fragen sie am Infopoint nach ... zum studieren brauchen Sie dann nicht mehr im Anzug zu kommen :D". so verabschiedeten wir uns fröhlich und ich ging wieder zurück durch den Gang und die Treppen runter, von wo ich gekommen war. Ich erzählte denen die es noch vor sich hatten wie es gelaufen ist und begab mich im Nieselregen Richtung U-Bahn Station. Ehm ... Moment mal, ich hab's geschafft!!! :) (: Glauben konnte ich es gar nicht wirklich. Ich hatte ja nichts handfestes bekommen, keinen Zettel sondern nur eine, nicht ganz direkte, Aussage des Profs.
Autor: Pierre
erstellt am 10.08.2011 15:30 - aktualisiert am 11.08.2011 15:37
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xwedgex

10.08.2011 16:19
Cool, dass du''s geschafft hast ;)
doping_dob

14.08.2011 12:18
freut mich echt für dich!!!! :) ...also besser hätts ja eigentlich net kommen können :D ...viel spass in münchen ;)